Umsetzung von Grafiken
Grafiken sind für blinde Personen nicht direkt zugänglich. Daher gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten, um sie barrierefrei bereitzustellen: durch eine textuelle Beschreibung oder durch eine taktile Umsetzung.
Beschreibung
Eine Bildbeschreibung wird im Dokument genau an der Stelle eingefügt, an der sich das Originalbild befindet. Sie erfolgt über einen bild-Tag:
<bild>
Typ:
Beschreibung:
</bild>
Optional können auch Titel, Untertitel oder eine Quelle ergänzt werden. Wenn eine Beschreibung noch fehlt, kann dies durch „ToDo“ markiert werden:
<bild>
Typ:
Beschreibung: ToDo
</bild>
Fotos
Bei Fotos genügt eine sachliche Beschreibung des sichtbaren Inhalts.
<bild>
Typ:
Titel:
Quelle:
Beschreibung:
</bild>
Grafiken
Grafiken können Diagramme, Skizzen, Karikaturen, technische Zeichnungen oder andere Darstellungen sein. Der Typ sollte so präzise wie möglich benannt werden. Enthält eine Grafik ein Koordinatensystem, werden die Achsen ergänzt:
<bild>
Typ:
Titel:
Quelle:
x-Achse:
y-Achse:
Beschreibung:
</bild>
Beispiel für Achsenangaben:
x-Achse: Jahr [1985-2000 in 5er-Schritten]
y-Achse: Keine Beschriftung [0-10 in 1er-Schritten]
Bei Bedarf können Tabellen oder Listen genutzt werden, um Diagramme verständlich zu erklären.
Taktile Grafiken
Neben Beschreibungen sollen Grafiken auch taktil umgesetzt werden, damit blinde Studierende sie ertasten können. Die taktile Version wird im bild-Tag ergänzt:
<bild>
Typ: , taktile Umsetzung "Dateiname"
Titel:
Legende:
x-Achse:
y-Achse:
Beschreibung:
</bild>
Die Erstellung erfolgt mit Grafikprogrammen, die Dateien werden auf DIN A4 oder A3 angepasst und anschließend mit einem taktilen Drucker (ViewPlus Emprint) ausgegeben. Linien, Flächen und Text werden durch unterschiedliche Punktierungen dargestellt.
Wichtige Hinweise:
- Wichtige Inhalte müssen stärker tastbar sein.
- Farben erzeugen unterschiedliche Punkthöhen (4–7 unterscheidbare Stufen).
- Linien müssen klar unterscheidbar sein.
Grafikformate
Es gibt zwei Haupttypen:
- Pixelgrafiken
Formate: jpeg, png, gif, bmp
Nachteile: nur skalierbar, nicht in Einzelteile zerlegbar. - Vektorgrafiken
Beispiele: svg, EPS, PS, PDF mit markierbarem Text
Vorteil: Elemente können einzeln bearbeitet werden.
Verwendete Schriftsätze
Für taktile Grafiken werden benötigt:
Braille_DE_Computer_ASCII.ttfBraille_DE_Computer.ttf
Die erste Schrift enthält Schwarz- und Brailleschrift und wird bevorzugt.
Extrahieren von Informationen aus Bildern
Vektorgrafiken können direkt markiert und kopiert werden. Für Pixelgrafiken bietet ACCESS@KIT das Tool IMG2ODG, mit dem aus PNG- oder PDF-Dateien editierbare .odg-Grafiken erzeugt werden können.
Richtlinien für taktile Grafiken
Die wichtigsten Grundsätze:
- Verwendung von LibreOffice Draw, DIN A4 oder A3.
- Jede Grafik erhält ein eigenes Dokument.
- Schriftart stets „Braille Computer ASCII“, Größe 36 pt.
- Textboxen mit minimaler Linienbreite verwenden, linksbündiger Text.
- Einheitliche Textorientierung von links nach rechts.
- Achsenbeschriftungen und Textfelder konsistent ausrichten.
- Keine hoch-/tiefgestellten Zeichen oder Sonderzeichen; stattdessen LaTeX-Notation (z.B. x_0, x\^2).
- Vermeidung kleiner grafischer Elemente wegen der geringen Auflösung des Prägedruckers (20 dpi).
- Begrenzter Satz an Linienarten und Farben (Weiß, Hellgrau 4, Hellgrau 3, Schwarz).
- Bei Überschneidungen unterschiedliche Farben oder weiße Unterbrechungen verwenden.
- Abkürzungen nur mit Legende nutzen.
- Versteckte Texteinheiten vermeiden, da der Prägedrucker sie dennoch ausgibt.
- AutoKorrektur-Einstellungen in LibreOffice anpassen, um problematische Zeichen zu verhindern.
Testen
Die erste taktile Grafik sollte von ACCESS@KIT geprüft werden. Nach etwas Erfahrung können Dateien direkt über den Online-Service zum Druck eingereicht werden.
Nach der Umsetzung
Ausdruck
Taktile Grafiken werden über den ACCESS@KIT Print Service hochgeladen. Nach der Prüfung durch das System oder das Team erfolgt der Ausdruck und die Bereitstellung für den Studierenden.
Ablage
Fertige taktile Grafiken werden zusätzlich auf BSCW im passenden grafiken-Unterordner des zugehörigen Dokuments abgelegt.
So wird sichergestellt, dass alle Materialien vollständig, zugänglich und druckbereit zur Verfügung stehen.
