Die hauptsächliche Arbeit stellt die Adaption von Texten dar.
Für die Anpassung ist entscheidend, für welche Nutzergruppe die Dokumente überarbeitet werden sollen.
Grundlagen: Programme und Tools
In der Vergangenheit waren viele Programme und Makros notwendig, um zum Beispiel den Inhalt eines PDF-Dokumentes aufzubereiten.
Die wichtigsten Programme heute sind:
- LibreOffice (Writer & Draw) für die Erstellung der Dokumente und tastbaren Grafiken
- LaTeX (TeXLive oder MikTeX samt Editor)
- Gimp oder ein anderes Fotobearbeitungsprogramm für kontrastreichere Bilder
- Inkscape (optional zur besseren Vektorisierung)
- Texterkennung (Omnipage oder Abbyy Finereader)
- notwendige Blindenschriftarten für taktile Grafiken
Für Blinde
Ziel ist es, aus dem Ausgangsmaterial eine Word-Datei im .doc-Format zu erstellen.
Warum eine .doc-Datei?
Blinde Nutzer können sich über Tastenkombinationen strukturierte Informationen ausgeben lassen. Zudem können nicht alle Screenreader gut mit .docx umgehen.
Extrahieren von Text aus Originaldokument
Microsoft Word Vorlage (.doc)
Liegt das Dokument im .doc-Format vor, kann sofort mit der Umsetzung begonnen werden.
Gescannte Vorlage (JPG, BMP, gescannte PDFs)
Hier muss OCR verwendet werden, um Text zu extrahieren.
Elektronisch erstelltes PDF
Kann direkt mit Tools wie dem ACCESS@KIT PDF-Konverter extrahiert werden.
Bei Zeichenkodierungsproblemen sollte die Datei in LibreOffice mit Unicode (UTF‑8) geöffnet werden.
Originaldokument ist eine LaTeX-Datei
Zwei Wege sind möglich:
- TeX-Datei öffnen, LaTeX-Code entfernen, als Text speichern
- TeX in PDF umwandeln und OCR bzw. Textextraktion nutzen
Umsetzen des erhaltenen Textes
Folgende Punkte sind wichtig:
- XML-Tags
Strukturierungselemente wie<box>,<seite>, etc. werden genutzt. - Schriftstil „Standard“
Formatierungen werden mit Tags umgesetzt:
fett →<f> fett </f>
kursiv →<k> kursiv </k>
unterstrichen →<u> unterstrichen </u> - Korrektur lesen
OCR-Fehler und falsche Umbrüche müssen bereinigt werden. - Seitenzahlen einfügen
Beispiel:
<seite>12</seite>
- Sprungmarken/Überschriften
Mit Formatvorlagen definieren. - Kein Inhaltsverzeichnis in LibreOffice
Dies verursacht Screenreader-Probleme. - Keine Kopf- oder Fußzeilen
- Fußnoten
Beispiel:
<fußnote> *: Erklärung </fußnote>
- Bilder und Grafiken
Umsetzung erfolgt separat. - Boxen
Beispiel:
<box> Inhalt </box>
- Anmerkungen
Beispiel:
<anmerkung> Hinweis </anmerkung>
- Auflistungen
Listen sollen klar strukturiert sein. - Tabellen
Tabellen benötigen<tabelle>-Tags und dürfen keine leeren Felder enthalten. - Tabulatoren vermeiden
- Formeln und Sonderzeichen
Formeln werden in LaTeX-Schreibweise in Dollarzeichen gesetzt:
$c^2=\sqrt{a}\cdot b\leq d$
- URLs
Werden als Hyperlinks mit<url>-Tag gesetzt. - Fachspezifisches (Code, UML, Petri-Netze)
Beispiel:
<code>
...
</code>
- Lückentext
Mit_..._und<lückentext>-Tag.
Abspeichern der fertigen Umsetzung
Namenskonventionen
Beispiel:
LA1-Übung4.doc
Dateiformat
Als Word 97–2003 (.doc) speichern.
Hochladen der umgesetzten Dokumente
Das Dokument wird in BSCW in den Ordner fertig hochgeladen.
Eine E-Mail an den Studierenden und material@access.kit.edu ist notwendig.
Umsetzungsbeispiele
Beispiele verschiedener Vorlesungen zeigen typische Umsetzungen, u. a. Codebeispiele, Listen, Seiten-Tags und Anmerkungen.
Für Sehbehinderte
Ziel ist eine individuelle Anpassung des Dokuments. Wichtige Punkte:
- Schriftart Arial
- Schriftgröße nach Bedarf, oft 16 pt
- Hervorhebungen beibehalten
- Bilder kontrastreich aufbereiten
- Linksbündig ausrichten
- Hoch-/Tiefstellung in normaler Schriftgröße
Abspeichern
Wie bei der Umsetzung für Blinde.
Hochladen
Wie zuvor beschrieben.
Ziel: Barrierefreie PDF
Langfristig soll ein Dokument entstehen, das für Blinde, Sehbehinderte und Sehende gleichermaßen geeignet ist.
Dazu gehören:
- konfigurierbare Schriftgrößen
- kontrastreiche oder beschreibende Bildvarianten
- anpassbare Anzeigeoptionen
Eine vollständige Automatisierung ist schwierig, aber ein modularer Aufbau wäre ein realistisches Ziel.
