Unterstützende Tools und Anwendungen
Die Erstellung barrierefreier Dokumente erfordert nicht nur Wissen, sondern auch die passenden Werkzeuge. Unterstützende Tools und Anwendungen erleichtern die Aufbereitung von Texten, Formeln, Tabellen und Grafiken, sodass digitale Materialien für alle zugänglich werden – insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit.
Wichtige Werkzeuge im Überblick
Assistive Technologien:
Tools wie Screenreader (z. B. NVDA, VoiceOver), Braille-Displays und Vergrößerungssoftware stellen sicher, dass Nutzer die barrierefrei aufbereiteten Materialien effektiv verwenden können.
Textverarbeitung:
Programme wie Microsoft Word oder LibreOffice ermöglichen die strukturierte Erstellung barrierefreier Dokumente. Mit Funktionen wie Überschriftenformatierung, Alternativtexten für Bilder und korrekt gekennzeichneten Listen legen sie die Grundlage für Zugänglichkeit.
Formel-Editoren:
Für MINT-Fächer sind Formeln unverzichtbar. Werkzeuge wie MathType oder barrierefreie LaTeX-Erweiterungen ermöglichen die Erstellung zugänglicher Formeln, die z. B. als MathML ausgegeben werden können.
PDF-Optimierung:
Mit Programmen wie Adobe Acrobat Pro oder PAC (PDF Accessibility Checker) lassen sich PDF-Dokumente nach dem PDF/UA-Standard optimieren und prüfen. Strukturierte Inhalte, Tags und Lesezeichen machen PDFs zugänglich für Screenreader.
EPUB-Tools:
Sigil oder Calibre helfen bei der Erstellung zugänglicher E-Books im EPUB-Format, ideal für flexible und skalierbare Darstellung auf unterschiedlichen Geräten.
Bild- und Grafikaufbereitung:
Programme wie Inkscape oder Adobe Illustrator ermöglichen die Erstellung von Grafiken mit detaillierten Alternativtexten. Taktile Aufbereitungen, z. B. durch 3D-Druck, ergänzen visuelle Inhalte.
Prüfwerkzeuge:
Automatisierte Tools wie der Accessibility Checker in Word oder der Screenreader-Test mit NVDA und JAWS helfen dabei, Barrieren frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Warum Tools so wichtig sind
Der Einsatz unterstützender Anwendungen spart Zeit, minimiert Fehlerquellen und stellt sicher, dass digitale Inhalte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Vor allem in komplexen MINT-Fächern mit Formeln, Diagrammen und Tabellen sind die richtigen Werkzeuge der Schlüssel zur barrierefreien Aufbereitung.
Fazit:
Ob Lehrmaterialien, wissenschaftliche Publikationen oder Prüfungsunterlagen – mit den passenden Tools und Anwendungen wird barrierefreie Dokumentenerstellung effizient und praxisnah umsetzbar. So wird Bildung für alle zugänglich – unabhängig von individuellen Einschränkungen.