PDF/UA steht für „PDF/Universal Accessibility“ und ist der ISO-Standard 14289 zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Anders als herkömmliche PDF-Formate ermöglicht PDF/UA die gleichberechtigte Nutzung von PDF-Inhalten für Menschen mit Behinderungen, insbesondere für Nutzer von Screenreadern und anderen assistiven Technologien.
Was ist PDF/UA?
- PDF/UA-1 ist die erste Version des Standards (ISO 14289-1:2014) und definiert grundlegende Anforderungen an die Barrierefreiheit von PDFs:
- Korrekte Strukturierung von Inhalten (Überschriften, Absätze, Listen).
- Bereitstellung von Alternativtexten für Bilder und Grafiken.
- Logische Lesereihenfolge für assistive Technologien.
- Barrierefreie Links, Tabellen und Formelformate.
- PDF/UA-2 erweitert diesen Standard und integriert die neuesten Technologien sowie Anforderungen:
- Unterstützung moderner PDF-Features, wie interaktive Formulare und Multimedia-Inhalte.
- Bessere Integration von Mathematik-Inhalten (z. B. mit MathML).
- Verbesserte Flexibilität bei Metadaten und Navigationselementen.
Vorteile von PDF/UA gegenüber anderen PDF-Formaten
- Barrierefreiheit: PDF/UA ist speziell für die Zugänglichkeit entwickelt. Inhalte sind für Screenreader vollständig lesbar und logisch strukturiert.
- Verbesserte Usability: Navigation durch Überschriften, Listen und Links wird erleichtert.
- Rechtssicherheit: Erfüllt gesetzliche Anforderungen wie die BITV 2.0, EAA oder das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).
- Maschinenlesbarkeit: PDF/UA-Dokumente sind nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen (z. B. Suchmaschinen) leichter interpretierbar.
- Langfristige Zugänglichkeit: Standardisierte Struktur erhöht die Nachhaltigkeit und Lesbarkeit des Dokuments für künftige Technologien.
Nachteile und Herausforderungen von PDF/UA
Trotz der vielen Vorteile bringt PDF/UA auch Herausforderungen mit sich:
- Erstellungsaufwand: Die Erstellung barrierefreier PDFs erfordert spezielle Kenntnisse und Tools. Besonders die manuelle Nachbearbeitung kann zeitaufwendig sein.
- Alternativtexte: Alle Bilder und Grafiken benötigen präzise Alternativtexte. Das kann bei komplexen Diagrammen oder informativen Abbildungen anspruchsvoll sein.
- Tabellen-Komplexität: Tabellen müssen logisch strukturiert und sauber getaggt sein, damit Screenreader sie korrekt vorlesen können. Mehrdimensionale Tabellen erhöhen den Aufwand.
- Formeln und Mathematik: Die Integration mathematischer Inhalte bleibt eine Herausforderung, da spezielle Standards wie MathML erforderlich sind.
- Interaktive Inhalte: Formulare und Links müssen barrierefrei gestaltet und sinnvoll beschriftet werden.
Prüfung auf PDF/UA-Konformität
Um sicherzustellen, dass ein PDF-Dokument den PDF/UA-Standards entspricht, gibt es spezielle Tools und Prüfmethoden:
- Automatische Prüfwerkzeuge:
- PAC (PDF Accessibility Checker): Ein kostenfreies Tool zur Prüfung der PDF/UA-Konformität.
- Adobe Acrobat Pro: Ermöglicht eine Vorprüfung und Korrektur von Barrierefreiheitsproblemen.
- Manuelle Prüfung:
Neben der automatischen Prüfung ist eine manuelle Kontrolle erforderlich, z. B.:- Sind die Alternativtexte korrekt und aussagekräftig?
- Ist die Lesereihenfolge logisch?
- Sind Tabellen und Formulare barrierefrei?
- Assistive Technologien testen:
- Testen Sie das Dokument mit einem Screenreader wie NVDA oder JAWS, um sicherzugehen, dass alle Inhalte zugänglich sind.
Fazit: Warum PDF/UA wichtig ist
PDF/UA ermöglicht eine inklusive Nutzung von Dokumenten und stellt sicher, dass Inhalte für alle Menschen zugänglich sind – unabhängig von individuellen Einschränkungen. Während die Erstellung PDF/UA-konformer Dokumente mit Herausforderungen verbunden ist, fördern sie nicht nur die Barrierefreiheit, sondern erhöhen auch die allgemeine Benutzerfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit von PDFs.
Mit den richtigen Tools, klaren Anleitungen und einer guten Planung können PDF/UA-Standards erfüllt werden. Unser Team unterstützt Sie gerne dabei, Ihre Materialien barrierefrei aufzubereiten.