Dokumente konvertieren – Welches Ausgangsformat passt zu welchem Ziel- oder Zwischenformat?
Die Erstellung von barrierefreien Materialien erfordert oft, dass Dokumente in verschiedene Formate konvertiert werden, um sie für alle zugänglich zu machen. Dabei stellt sich häufig die Frage: Welches Ausgangsformat eignet sich für welches Ziel- oder Zwischenformat? Hier ein Überblick zur Orientierung:
Allgemeine barrierefreie Enddokumente
- Von Word (DOCX) nach PDF/UA
- Ziel: Ein barrierefreies PDF für die Verbreitung und Nutzung.
- Tipp: Nutzen Sie Formatvorlagen in Word konsequent (Überschriften, Listen, Tabellen), fügen Sie Alternativtexte hinzu und exportieren Sie das Dokument mit der Option „barrierefreies PDF“.
- Zwischenformat: LaTeX oder HTML, falls komplexe Inhalte wie Formeln oder Tabellen leichter strukturiert werden sollen.
- Von LaTeX nach PDF/UA oder HTML
- Ziel: Barrierefreies PDF oder zugängliche Webseiteninhalte.
- Tipp: Tools wie Overleaf oder spezielle LaTeX-Pakete ermöglichen es, mathematische Inhalte und Formeln zugänglich zu gestalten. Nutzen Sie MathML für eine Screenreader-freundliche Darstellung.
- Von EPUB nach DOCX oder PDF
- Ziel: Lehrmaterialien, die einfach weiterverarbeitet oder für verschiedene Geräte optimiert werden sollen.
- Tipp: EPUB ist besonders für digitale Bücher und flexible Inhalte geeignet. Tools wie Calibre helfen bei der Konvertierung in editierbare Formate.
- Von Bildern nach Word/PDF (Texterkennung)
- Ziel: Texte aus Scans oder Fotos maschinenlesbar und durchsuchbar machen.
- Tipp: Nutzen Sie OCR-Tools wie ABBYY FineReader oder Tesseract zur Texterkennung. Dies ist besonders wichtig für Screenreader-Nutzer.
- Von PDF zu EPUB oder HTML
- Ziel: Flexible, digitale Inhalte für unterschiedliche Endgeräte und assistive Technologien.
- Tipp: Mit Tools wie Adobe Acrobat oder Konvertern wie Pandoc lassen sich PDFs ins EPUB- oder HTML-Format übertragen, allerdings muss die Lesereihenfolge geprüft und angepasst werden.
Der Schlüssel zur erfolgreichen Konvertierung liegt darin, von Anfang an strukturierte Inhalte zu erstellen und geeignete Tools zu verwenden. Denken Sie daran, die Ergebnisse nach der Konvertierung zu testen – insbesondere mit Screenreadern und anderen assistiven Technologien – um die Barrierefreiheit sicherzustellen.
Individuell angepasste Enddokumente – Spezifische Anforderungen berücksichtigen
Bei der barrierefreien Aufbereitung von Dokumenten ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse der Studierenden zu berücksichtigen, insbesondere bei Blinden oder Personen mit hochgradiger Sehbehinderung. Standardformate wie PDF oder EPUB reichen nicht immer aus, um den spezifischen Anforderungen gerecht zu werden. Hier sind angepasste Lösungen gefragt:
- Für blinde Studierende:
- Blinde bevorzugen oft Word-Dateien (DOCX) mit speziellen Auszeichnungen.
- Korrekte Formatvorlagen (z. B. Überschriften, Listen, Tabellen) für eine klare Struktur.
- Alternativtexte für Bilder und Grafiken, die den Inhalt präzise beschreiben.
- Spezielle Auszeichnungen nach dem E-Buch-Standard (Quelle) oder durchdachte Formate für Tabellen, um die Navigation mit Screenreadern zu erleichtern.
- Eine konsequente Vermeidung von Schriftwechseln, da dies für die Nutzung assistiver Technologien irrelevant ist.
- Alternative Schreibweisen für Formeln (in Anlehnung an die LaTeX-Schreibweise)
- Für Studierende mit hochgradiger Sehbehinderung:
- Hier stehen die Restsehverhältnisse im Fokus. Die Dokumente sollten individuell angepasst werden.
- Spezielle serifenfreie Schriftarten wie Arial oder Verdana, die gut lesbar sind.
- Optimale Schriftgrößen, die stabil bleiben (kein Schriftgrößenwechsel, um Unruhe im Lesefluss zu vermeiden).
- Hoher Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund, z. B. schwarze Schrift auf weißem oder gelbem Hintergrund.
- Linksbündige Ausrichtung für eine einfache Orientierung.
📌 Auf unserer Serviceseite finden Sie weitere Anleitungen und Empfehlungen zu den besten Konvertern und Zwischenformaten, die Sie bei der barrierefreien Aufbereitung unterstützen!